Fabrikplanung und Generalplanung für skalierbare Defence-Produktionen
Während viele Industrien primär auf Effizienzsteigerung, Kostendruck und globale Standortoptimierung reagieren, steht die Verteidigungsindustrie vor einer zusätzlichen Dimension: strategische Verantwortung.
Produktionskapazitäten sind hier nicht nur wirtschaftliche Ressourcen, sondern Bestandteil sicherheitspolitischer Handlungsfähigkeit. Anders als in stark standardisierten Industrien sind Defence-Produktionssysteme häufig durch diskrete Fertigung, hohe Variantenvielfalt und komplexe Prüf- und Absicherungsprozesse geprägt. Gleichzeitig steigen die Erwartungen an Industrialisierung, Automatisierung und Lieferfähigkeit deutlich an.
Kapazitätsaufbau im Bestand: Wie lassen sich bestehende Defence-Standorte skalieren?
Der Ausbau von Produktionskapazitäten in der Verteidigungsindustrie erfolgt überwiegend innerhalb bestehender Standortstrukturen. In den meisten Fällen handelt es sich um historisch gewachsene Bestandsnetzwerke, deren Entwicklung stark von politischen Rahmenbedingungen und wechselnden Investitionszyklen geprägt war. Der aktuelle Kapazitätsaufbau trifft daher häufig auf infrastrukturellen und technischen Modernisierungsbedarf.
Im Vordergrund steht die Anpassung und Ertüchtigung vorhandener Gebäude. Neben funktionalen Flächenanpassungen betrifft dies insbesondere die technische Gebäudeausrüstung. Eine Modernisierung bietet daher nicht nur Kapazitätserweiterung, sondern auch die Möglichkeit, Standorte technologisch und wirtschaftlich auf ein neues Niveau zu heben.
Systemspezifik in der Defence-Produktion: Welche Anforderungen entstehen für Fabrik- und Gebäudeplanung?
Charakteristisch für Defence-Produktionen ist zudem ein hoher Grad an Individualität. Schwere oder schwingungssensible Komponenten erfordern Sonderfundamente und spezifische Tragwerkslösungen. Produktions- und Prüfbereiche sind häufig sicherheitskritisch und stellen erhöhte Anforderungen an Gebäudequalität und TGA. Abhängig vom jeweiligen Produkt- und Prozessportfolio können darüber hinaus Genehmigungen nach BImSchG, besondere Laborinfrastrukturen oder Reinraumanforderungen relevant sein.
Erfolgreiche Standortentwicklung in der Verteidigungsindustrie bedeutet daher, Bestandsmodernisierung, technische Komplexität, regulatorische Anforderungen und zukünftige Erweiterungsfähigkeit systematisch miteinander zu verbinden. Diese hohe Systemspezifik setzt sich in der konkreten Ausgestaltung der Produktionsumgebungen fort. Je nach Produktarchitektur und Fertigungslogik unterscheiden sich Anforderungen an Layout, Materialfluss und Infrastruktur erheblich.
Wie unterschiedlich sich Produktions- und Gebäudeanforderungen ausprägen, zeigt sich in den jeweiligen Systemfeldern.

Aviation Systems
Großvolumige Baugruppen und arbeitsstandorientierte Montage prägen Struktur und Layout.
- Arbeitsstandlogik mit klarer Ressourcen- und Materialführung
- Takt- und Integrationsstruktur entlang von Prüf- und Zertifizierungsanforderungen
- Große Spannweiten, hohe Hallen und integrierte Hebetechnik als bauliche Voraussetzung

Naval Systems
Block- und Sektionsbau bestimmen Prozessarchitektur und Standortstruktur.
- Modularisierte Vormontage mit klar definierten Übergabepunkten
- Schwerlast- und Außenlogistik als integraler Bestandteil des Fabrikkonzepts
- Hohe Tragreserven und Verzahnung von Hallen- und Dockinfrastruktur

Land Systems
Serien- und Variantenfertigung treffen auf robuste Produktarchitekturen.
- Materialflussorientierte Montage mit skalierbaren Linien- oder Inselkonzepten
- Hochlauffähige Produktionsstruktur bei variablen Stückzahlen
- Belastbare Industrieböden und erweiterbare Hallenachsen als strukturelle Grundlage
Erfolgsfaktoren für den Aufbau
exzellenter Defence-Produktionen
Diskrete Fertigung ist auch in der Verteidigungsindustrie das prägende Produktionsparadigma. Auf Basis unserer langjährigen Industrialisierungskompetenz übertragen wir bewährte Strukturen und Methoden gezielt auf den Kapazitätsaufbau im Defence-Sektor. Leistungsfähige Defence-Standorte zeichnen sich dabei durch folgende Faktoren aus:
Klare industrielle Zielstruktur
Definition der Rolle des Standorts innerhalb des Werkeverbunds und eindeutige Abgrenzung von Fertigungstiefe und Leistungsumfang.
Systembezogene Fabrikarchitektur
Ableitung von Layout, Materialfluss und Montagekonzept aus Produktlogik und Integrationsanforderungen.
Baulich vorbereitete Skalierbarkeit
Tragwerks-, Flächen- und Infrastrukturkonzepte mit strukturellen Erweiterungsoptionen.
Industrialisierung komplexer Prozesse
Stabilisierung diskreter Montage- und Integrationsabläufe durch klare Wertstromstruktur.
Robuste Produktionslogistik
Synchronisation von Beschaffung, interner Logistik und Montage zur Sicherung der Lieferfähigkeit.