Wie Metroplan mithilfe der BIM-Methodik die Grundlage für zukunftsfähige MRO-Standorte schafft
Die Luftfahrtindustrie befindet sich in einer historischen Wachstumsphase. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an Effizienz, Flexibilität, Nachhaltigkeit und kürzere Turnaround-Zeiten (TAT) in der Triebwerkswartung. Moderne Engine-MRO-Standorte stellen heute deutlich mehr dar als reine Produktionsgebäude: Sie müssen als hochintegrierte, skalierbare und datengetriebene Wertschöpfungszentren konzipiert werden.
Genau hier entfaltet der Einsatz von Building Information Modeling (BIM) seine volle Wirkung.
Metroplan kombiniert fundierte Erfahrungen in der Fabrikplanung mit umfassenden Kenntnissen in der gewerkeübergreifenden Anwendung der BIM-Methodik sowie der technischen Nutzung von AutoDesk Revit als führendes Planungs-Tool. Dadurch entstehen digitale Fabrikmodelle, die nicht nur Gebäude abbilden, sondern begehbare Montage- sowie Büroumgebungen, Technologieanforderungen und Infrastrukturbedarfe in einem zentralen Datenmodell zusammenführen.
BIM als Fundament moderner Engine-MRO-Projekte
Metroplan unterstützt aktuell mehrere Planungsvorhaben für MRO-Standorte mit jeweils mehr als 50.000 m² Bruttogrundfläche, mit über 1.000 Mitarbeitenden und rund 300 unterschiedlichen Betriebsmitteln. Bereits in frühen Planungsphasen werden dafür umfangreiche digitale Fabrikmodelle aufgebaut, in denen Produktionsbereiche, Logistik- und Büroflächen, Betriebsmittel, Medienbedarfe und Gebäudestrukturen in einer konsistenten Revit-Umgebung modelliert und auf geometrischer und informativer Ebene miteinander verknüpft werden.
Im Umfeld komplexer Triebwerks- und Komponentenreparaturzentren umfasst dies unter anderem:
- Produktionsflächen für Demontage, Montage und Test (DAT)
- Komponentenreparatur (Engine Repair)
- Logistik- und Lagerkonzepte
- Technische Infrastruktur und Medienversorgung
- Betriebsmittel und Fertigungsanlagen
- Materialfluss- und Transportkonzepte
- Erweiterungs- und Wachstumsszenarien
Autodesk Revit als zentrale Datenplattform
Für Metroplan ist Revit weit mehr als ein 3D-CAD-System. Das 3D Modell fungiert dabei als sich kontinuierlich entwickelnde digitale Abbildung des Planungsprozesses und verbindet sämtliche relevanten Informationen in einem zentralen Modell.
- Gebäudegeometrien
- Raumstrukturen
- Betriebsmittel
- Layouts
- Medienanschlüsse
- Flächenkennzahlen
- technische Attribute
- Nutzungsanforderungen
Besonders im MRO-Umfeld entsteht dadurch ein entscheidender Vorteil: Montage- und Demontageplanung sowie Gebäudeplanung entwickeln sich nicht getrennt voneinander, sondern werden von Beginn an synchronisiert. Dadurch können infrastrukturelle Anforderungen von Maschinen, Prüfständen, Wärmebehandlungsanlagen, Galvanikbereichen oder Reinigungssystemen frühzeitig berücksichtigt werden, bevor kostspielige Änderungen während der Bauphase entstehen.
Unser Mehrwert: BIM trifft Fabrikplanung
Einzelne Organisationen verfügen bereits über ausgeprägte BIM-Kompetenzen oder Fabrikplanungskompetenzen basierend auf ihren vergangenen Erfahrungen. Metroplan verbindet und unterstützt beide Welten.
1. Fabrikplanung direkt im BIM-Modell
Gemeinsam modellieren wir nicht nur Gebäude, sondern integrieren Produktionslogik, Materialflüsse und Betriebsmittelstrukturen unmittelbar in das digitale Modell. Dadurch entsteht eine belastbare Entscheidungsgrundlage für Flächendimensionierung, Hallenkonzepte, Layoutentwicklung, Expansionen und Investitionsentscheidungen.
2. Integration von Equipment und Produktionssystemen
Bereits in frühen Planungsphasen werden Lieferantenmodelle integriert, Betriebsmittel nachmodelliert, Equipment-Attribute hinterlegt und technische Anforderungen gepflegt. Die Fabrikmodelle entwickeln sich somit zu einer zentralen Informationsplattform für Planung, Bau und spätere Nutzung.
3. Frühzeitige Ermittlung von TGA- und Medienbedarfen
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Planungsgeschwindigkeit liegt in der frühzeitigen Erfassung und Einbindung der technischen Gebäudeausrüstung. Durch die Verknüpfung von Betriebsmitteln und Infrastruktur können Strombedarfe, Druckluftanforderungen, Prozessgase, Medienanschlüsse, Lüftungsanforderungen sowie Wasser- und Abwassersysteme frühzeitig erfasst und in die Planung integriert werden.
4. Kollaboration über alle Projektbeteiligten
BIM schafft Transparenz. Alle Beteiligten – Betreiber, Fabrikplanung, Architekten, Generalplaner, TGA-Planer, Logistikexperten und Equipment-Lieferanten – greifen auf dieselbe Datenbasis zu, wodurch Abstimmungsaufwände reduziert und Planungsänderungen deutlich schneller umgesetzt werden. Dies schafft eine belastbare Schnittstelle zwischen Fabrikplanung, TGA-Planung und Generalplanung.
5. Mehrwert über die Phase der Fabrikplanung hinaus
Die digitale Planung bietet dabei auch noch zwei entscheidende Vorteile. Zum einen können in der BIM-basierte Planung zukünftige Erweiterungen und Umbauten bereits heute vorbereitet werden: Reserveflächen werden sichtbar, Erweiterungsrichtungen bewertet, Versorgungssysteme vordimensioniert und Wachstumsszenarien simuliert. Zum anderen ist das BIM Model nicht statisch, sondern muss als Basis genutzt werden und parallel zum Fabriklebenszyklusweiterentwickelt werden. Damit sind auch zukünftige Anpassung deutlich effizienter, da alle Grundlagen bereits in einer zentralen Datenquelle vorhanden sind.

Von der Flächenstrategie bis zum Digitalen Zwilling
In der Fabrikplanung nutzen wir die 3D-Modellierung bereits vom ersten Tag. Typischerweise bilden wir in der Frühphase bereits Flächenbedarfsmodelle mit groben Layoutbausteine der Montage- und Logistikflächen, Ideallayouts, Reallayoutvarianten, Infrastrukturkonzepte, BIM relevante Daten und Abbildung der Nutzeranforderungen (Höhenprofile, Bereiche mit Bekranung, u.a.) ab.
Die Ergebnisse werden in einem digitalen Modell bereitgestellt und bilden die Grundlage für die weitere Gebäude- und Ausführungsplanung. Damit entsteht bereits in der Konzeptphase eine belastbare Grundlage für die weitere Erstellung des zukünftigen Digitalen Zwillings.
Mit dem Einsatz der BIM-Methodik im Engine-MRO-Umfeld schaffen wir weit mehr als ein digitales Gebäudemodell. Produktions- und Logistikprozesse, Flächen, Betriebsmittel und Infrastrukturbedarfe werden in einem konsistenten digitalen Fabrikmodell konsolidiert und gewerkeübergreifend bereitgestellt. Dadurch lassen sich Entscheidungsprozesse in Bezug auf Prozesse, Layouts und Investitionen optimieren und der operative Betrieb gezielt vorbereiten.
Der Entscheidende Vorteil liegt jedoch nicht in der Methodik selbst, sondern in der fachlichen Anwendung. Als Metroplan verbinden wir tiefgreifende MRO-Erfahrung mit fachlicher Expertise in den Bereichen Supply Chain, Fabrikplanung, Logistikplanung und Generalplanung sowie anwendungsorientierter BIM-Kompetenz. Im Ergebnis entstehen auf dieser Basis skalierbare und zukunftssichere MRO-Standorte durch erhöhte Planungsqualität, geringere Projektrisiken und belastbare Betriebsgrundlagen.
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Simon Vehof
Business Development Manager

Klaas A. Klonz
Director Fabrikplanung






